27.10.: Ausgezeichnet! | Bilder:
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Der ADC zeichnet unser Projekt aus - wir sind unter den besten Semesterarbeiten des Jahres. Wow, das haben wir uns verdient.
9.7.: Das Comeback | Bilder:
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Mit Tulpen und Trompeten laufen die Jungs und Mädchen vom »Mobi-Team« in den Bremer Überseehafen ein. An der Kunsthochschule, an der sie ihre Reise vor über einem Monat begonnen haben, warten sagenhafte drei Personen auf sie, die das »Willkommensteam« bilden. Na dann Prost. Trotz dieser absolut lächerlichen Vorstellung bauen die Studenten ihre »Fankurve« ein letztes Mal auf. Zum Finale kommen dann auch etwa 20 oder 30 Personen, die designtypisch schräge Frisuren und enge Hosen tragen. Karl-Martin aus Paulmannshavekost kommt hupend mit dem letzten Fass Celler Bier vorgefahren, das am Vorabend nicht ausgetrunken wurde. Nebenher wird das heimische Haake-Beck ausgeschenkt. Professor Roland Lambrette hält eine Laudatio auf die Mobilisten und sagt, dass wir durch dieses Projekt ganz viel gelernt haben. Alle nicken dazu: Das stimmt. Italien gewinnt das Endspiel, was keiner so richtig gut findet, weil die Italiener totale Pfeifen sind. Egal. Denn jetzt sind wir endlich wieder zu Hause. Es war ein sagenhafter, irrer Trip durch unser Vaterland, den wir nie vergessen können. Danke Deutschland. Am Samstag kommen Schoffo und der Barwagen zurück zu ihrem Besitzer Phillip Freiherr von Werthern nach Kelkheim. Evtl. kann man sie also auch in den kommenden Jahren noch rollen sehen, im Raum Frankfurt. Wer die Stimmung an unserer Bar gut fand, der hat am 14.7.2006 die vorerst letzte Möglichkeit, noch einmal dabei zu sein: Die freien Künstler und -innen der HfK leihen das gelbe Maschinchen für ihre Diplomparty ab 22 Uhr in der Bremer Dechanatstraße aus. So, jetzt ist die WM aber endlich vorbei. Die »Mobile Fankurve« sagt »Tschüss« und auf »Wiedersehen«.
8.7.: Doch noch Deutschland | Bilder:
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Am heutigen Samstag spielt unser geliebtes Vaterland gegen Portugal. Es macht Freude, sich das anzusehen. Und es ist ein schöner Abschluss für unsere Tour. Da Paulmannshavekost völlig ab vom Schuss ist, kommen weniger Gäste als erwartet. Weil wir nun aber gemütliche Runden mögen, ist uns das willkommen. Nach dem Spiel machen wir Musik an und prügeln uns auf der Wiese. Ein amerikanischer Gast erkundigt sich nach unserer Playlist, scheinbar haben wir seinen Musikgeschmack getroffen. Internationale Verständigung wird Wirklichkeit. Die Welt zu Gast bei Freunden.
6. + 7.7.: Der Honigtopf und die süßen Störche | Bilder:
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Wenn Oma Wira auftischt, bleibt kein Auge trocken. Unwirklich große Platten mit Käse, Wurst und Schinken existieren auf dem Tisch, dazu das Graubrot von Bäckerei Brante. Was gibt es Schöneres? Vor dem Essen wird gebetet. Nach dem Essen wird geduscht, dann dürfen sich Anna und Matthias bei Opa Gerhard eine Predigt-CD von Prof. Werner Gitt aussuchen. Zufrieden und ruhig fahren die sechs Studenten von der »Mobilen Fankurve« über Land in Richtung Paulmannshavekost. Der Hausherr Michael und sein Sohn Karl-Martin heißen sie Willkommen. Es handelt sich hier um ein sauberes, altes Stück Land mit Wald, Wiesen und Bienen. Etwa 250 Völker zählen zum Besitz der Imker. Nach einer Führung durch das urgemütliche Herrenhaus reist Dirk vorübergehend nach Bremen ab. Die Gäste brechen mit ihrem VW-Bus »Bob« nach Celle auf, um das Einkaufszentrum zu besuchen. Grasende Störche chillen am Wegesrand. Abends kochen die jungen Freunde ein richtiges Essen mit Nachspeise. Im Dachzimmer sinken alle in einen tiefen und harten Schlaf.
Am nächsten Tag mähen sich die Fankurven-Mobilisten ein kleines Fußballfeld zurecht. In den nächsten Stunden wird Bier in Fässern gekauft und Himbeeren für den nächsten Quark gepflückt. Nun werden die Wagen mit viel Liebe an ihren Platz gestellt. Karl-Martin schließt die Zapfanlage an und ein Bier-Testdurchlauf wird gestartet. All diese Arbeiten werden vom aggressiven Gebell des Psycho-Hundes »Lotte« und dem Summen von eintausend Bremsen begleitet. Joe, Carlo, Sven und Matthias spielen im Regen Fußball, nur mit Unterhosen. Joe und Matthias siegen mit 10 zu 8. Karl-Martin hat gerade seine Koch-Ausbildung geschafft und kocht Lammhaxen mit Bohnen und Kartoffelpüree. Schönerweise kommen auch Immanuel und Anna-Bella zu Besuch.
5.7.: Das Unwetter | Bilder:
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Das Unwetter kommt nicht. Nur ein leichter Nieselregen fällt, als die portugiesischen Fans ihre Gesänge im Vlothoer Weserhafen anstimmen. Mit Regenschirmen und guter Laune sitzen sie alle in der »Mobilen Fankurve«. Direkt am Fluss hat sich der Fußballzirkus heute platziert, ein idealer Ort mit viel Flair. Ein Haufen Bäume spendet Schatten. Die lokale Presse ist natürlich auch wieder da und macht Fotos. Die hiesige Biersorte heißt »Herforder« und schmeckt mittel. Die Studenten aus Bremen sind müde, da sie nur wenige Stunden auf einem Rastplatz gepennt haben. Und überglücklich, dass es nicht doller regnet. In der Halbzeitpause hält Carlo eine kurze Ansprache, in der er sagt, dass alle Herzlich Willkommen sind und auf der Leinwand laufen Fotos von der Reise der »Fankurve«. Auch einige Verwandte von Carlo sind gekommen, denn Vlotho ist ihr Heimatort. Die Polizei ist freundlich und kommt ab und an vorbei um nach dem Rechten zu sehen. Alles ist friedlich. Keine Übergriffe heute. Nach dem Spiel bleiben ein paar begeisterte Zuschauer sitzen und klönen mit den Studenten bei netter Musik.
4.7.: Arrivederci | Bilder:
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Um fünf Uhr in der Früh reist ein weiteres Auto auf dem Sportplatz in Hochstedt an. Heraus kommen vier junge Erwachsene und gesellen sich zu den schlafenden Studenten von der »Mobilen Fankurve«, die hier ihr Lager aufgeschlagen haben. Bereits wenige Stunden später beginnt der Aufbau - scheinbar kommen die Bremer mit wenig Schlaf aus. In den Mittagsstunden treffen auch die Gastgeber vom Hochstedter Heimat- und vom Sportverein ein, um ein Verpflegungszelt aufzubauen. Die Frauen des Dorfes schmieren Fett- und Leberwurstbrote. Wie erwartet füllt sich die Fankurve bereits mehrere Stunden vor Spielbeginn. Pünktlich zur Nationalhymne schließlich ist ein neuer Besucherrekord aufgestellt: über 300 Zuschauer haben es sich auf der Sitztribüne, den Bierbänken des Sportvereins sowie selbst mitgebrachten Hockern bequem gemacht. Das Spiel beginnt, die Spannung steigt. Viele Anfeuerlieder werden gesungen, z.B. »Auf geht's Deutschland, schießt ein Tor!« Zeitweise sieht es auch ganz gut aus, aber dann kommt die Verlängerung. In letzter Minute schießen die Italiener ein Tor. Danach gleich noch eins. Natürlich gibt es auch wie immer ein paar Leute, die mit der Niederlage nicht klarkommen. Schon während des Spiels fangen sie an, durch ihr Megaphon »Ausländer raus« zu rufen. Arne der kriegt eins auf die Nase. Der Angreifer hat aber noch nicht genug und droht uns Schlimmes für die kommende Nacht an. Wir packen Alles ein und reisen um zwei Uhr nachts ab. Das ist schade, denn unsere Gastgeber waren sehr freundlich. Sie entschuldigen sich vielmals, obwohl sie ja gar nichts dafür können. In einer email an die »Mobile Fankurve« schreibt Jens Schüßler vom Heimatverein kurz darauf: »Idioten rennen eben überall herum.« Recht hat er. Und die WM geht weiter, auch ohne die Idioten, und auch ohne einen Titel für die deutsche Nationalelf.
3.7.: Gen Osten | Bilder:
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An diesem Morgen erblickt ein Kalb das Licht der Welt. Und wir müssen das Paradies verlassen. Mit Tränen im Haar rollen wir ab. Doch auf der Straße fangen wir wieder an, uns zu freuen. Unwillkürlich huscht ein Lächeln über unser Gesicht, und dann fängt es an zu grinsen. Stichwort »On the road again«. Das Reisen ist einfach unser Ding. Wir statten Goethe und Schiller einen Besuch in Weimar ab, lokalisieren einen offenen Hot-Spot auf unserem Parkplatz und fahren weiter nach
Hochstedt. Dort erwarten uns Präsidenten, Vorsteher, Bürgermeister und Presseleute. Allerdings sehr freundliche Zeitgenossen, uns wird auch gleich wieder lokales Bier angeboten. Nach einem kurzen Ausflug mit Schwimmeinlage im Stausee erfreuen uns die Gastgeber aus Hochstedt mit Thüringer Rostbratwürsten, Gemüse aus dem Garten und Geschichten vom Spiel Hochstedt gegen Inter, bei dem es eine stattliche Keilerei gegeben haben muss. Es gibt sogar Fotos und Videos davon, die uns für morgen versprochen werden. Nun aber husch, husch in die Federn, denn morgen erwartet uns der gewaltigste Public-Viewing-Auflauf Ostdeutschlands.
1. + 2.7.: Utopia | Bilder:
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Am nächsten Morgen wartet ein
biologisch-dynamisches Frühstück und eine Dorfführung auf uns Studenten. Daniel und Markus erklären, wie man Weckle backt, wo der Käse lagert und warum Kuhhörner mit Mist und Mineralienpräparaten im Acker vergraben werden. Begeisterung und Erstaunen: »Ihr macht das alles selber?« Eine kleine Zivilisation. Und ganz anders als auf dem Campingplatz.
Am Sonntag gibt es keine Fußballspiele im TV, und wir spielen selber mit etwa 25 Leuten auf einem überdimensionierten Spielfeld am Wald. Richtig mit Aufwärmtraining und Taktik-Besprechung mit dem Trainer. Daniel der Bäcker ist Schiri. Danach fahren wir mit einigen Kommunenmitgliedern an die Pegnitz, ein schönes Flüsschen hier in diesem Landstrich. Unsere Gastgeber ziehen sich gleich nackt aus. Wir finden das total gut und natürlich, sind aber selber gehemmt und lassen vorsichtig unsere Badehosen an. Das Baden ist sehr schön und erfrischend. Auf dem Rückweg entdecken wir das Geschäft »Tarzan Billiger Jakob«. Der Mann, der sich »Tarzan« nennt, verkauft Textilien-Uhren-Schmuck, Schuhe-Elektroartikel, Imbiss-Gyros und Lebensmittel-Obst. Alles nur vom Feinsten.
Wir werden zum Abendessen in verschiedene Häuser des Dorfes eingeladen und können uns die Rosinen rauspicken. Dann reden wir über die »Mobile Fankurve«. Wie es zu der Idee kam, wie toll unsere Autos sind, wie toll der Professor sein muss, der uns dabei unterstützt, wieviel Spaß sie hier mit uns hatten. Immer wieder bedanken sich die Dörfler für das »tolle Event« und oft hören wir »kommt doch mal wieder«. Der Abbau geht schnell von der Hand, schließlich haben wir ausreichend helfende Hände. Mit dem Trecker schleppt Markus unseren Barwagen aus der abgesackten Wiese. Abends fahren wir in die Kommune Neuhaus. Dort wohnen Brauer, die bei der Veldener Brauerei arbeiten, aber auch noch ihr eigenes Privatbier herstellen. Es schmeckt besser als das Veldener Bier, sagt man uns. Man kann es nirgendwo kaufen. Nur in diesem Dorf Neuhaus in den Kneipen ist es (sehr günstig) erhältlich. Sobald der Vorrat einer Kneipe ausgetrunken ist, wird geschlossen und die nächste Familie braut was und öffnet ihre Kneipe. So wird Konkurrenz und Hass vermieden und wir sind auch sehr sehr zufrieden.
30.6.: Don't cry for me, Argentina | Bilder:
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Nach einer kurzen Nachtruhe auf dem Parkplatz eines Museums kriecht das »Team Fankurve« an die Lenkräder und rollt nach Velden. Mit letzter Kraft steigen die gewaltigen Fahrzeuge (Gesamtlänge 22 m) den absurd steilen Berg zum
Münzinghof hinauf. Von den Feldern strömen die Arbeiter herbei und begrüßen die Gäste herzlich wie noch nie. »Fußball, Fußball«, schreien sie, und »Daniel, komm schnell, komm schnell!« Daniel kommt, Markus kommt, ganz viele andere auch und alle helfen beim Aufbauen. Der Münzinghof ist eine anthroposophische Einrichtung. Ein Dorf mit etwa 100 Bewohnern, die meisten von ihnen hilfebedürftig. In jedem Haus leben rund 15 Menschen zusammen. Sie betreiben Landwirtschaft, essen fast nur ihr eigenes Gemüse, melken Kühe und füttern Schweine, backen Brötchen und Brot, stellen Käse her, bauen mit Holz und Metall und und und. Eine wunderbare Sache. Dass es sowas in Wirklichkeit gibt, hätten wir nicht gedacht. Wir kannten diese friedlichen Lebensgemeinschaften nur aus »Spiegel«-Berichten. Nun aber zurück zum Geschehen: Punktgenau zum Spiel um fünf Uhr ist alles bereit. Die vierköpfige Fankurve bekommt Verstärkung von Arne und ist jetzt fünfköpfig, außerdem stehen Münzinghofer im Barwagen und am Grill. Sie grillen die besten Würste des Landes und sogar Carlo der Öko langt kräftig zu. Die Stimmung ist ideal: Lautstark äußert sich das Publikum vor den Bildschirmen zu jeder Flanke, jedem Kopfball, jedem Foul. Auf einmal fällt das Bild aus, die Laune der Fans droht umzuschlagen, die ersten Fäuste werden gegen die unbewaffneten Studenten gereckt. Ein findiger Helfer trägt ein Radio herbei. Das Ausgleichstor fällt, und wir haben es nicht gesehen! Dennoch Freude und Jubel in der »Mobilen Fankurve«, die Fangesänge werden lauter. »Deutschland, Deutschland« und »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin« und auch »Ohne Argentinien fahr'n wir nach Berlin« sowie ein vereinzeltes »Don't cry for me, Argentina« sind zu hören. Dann die Nachspielzeit, dann das Elfmeterschießen. Lehmann rettet den Abend und die letzten Biervorräte der Dorfkneipe werden vernichtet.
29.6.: Sie rollt wieder | Bilder:
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Es ist 23:17 Uhr, wir berichten live von der A73. Auf dem rechten Fahrbahnstreifen ist eine Fahrzeugkolonne mit teilweise unzureichender Beleuchtung zu beobachten, die sich mit 50 - 80 Stundenkilometern nach Norden bewegt. In den Fahrzeugen sitzen vier schlecht rasierte Männer. Sie gucken verstohlen in die Kamera. Die Männer sind wir, die »Mobile Fankurve«. Wir sehen lädiert aus, aber das Glück ist unser Freund. Onkel Schoffo ist wie durch ein Wunder dem Tod von der Schippe gesprungen. Er schnurrt wie ein Kätzchen. Die Verkehrsschilder fliegen nur so an uns vorbei. »Prag« ist da zu lesen, und auch »Nürnberg« oder »Berlin«, »München« und so weiter und so weiter. Wir fahren nach »Velden«. Niemand, nicht einmal die ADAC-Landkarte, kennt diesen Namen. »Die deutsche Provinz«, unsere drei Lieblingsworte. Oder auch »die Welt zu Gast bei Freunden«, das sagen wir gerne. In Velden erwarten uns vier richtige Bettchen, aus Holz und mit Matratzen und allem drum und dran. Und es erwartet uns endlich mal wieder ein interessantes Fußballspiel. »Schwarz-Rot-Gold, wir stehn an deiner Seite!«
Die Kamera zoomt wieder weg. Die Lichter der lustigen Fahrzeugkolonne werden immer kleiner, verschwimmen im Lichtermeer der bundesdeutschen Autobahn und sind schließlich nicht mehr zu sehen. Zum Einschlafen noch einen Witz von Opa Toni (s. Foto): »Was ist Algebra? Das ist, wenn du morgens aufwachst und deine Wurzel aus einer Unbekannten ziehst.« Gute Nacht, lieber Leser, gute Nacht, liebe Fankurve.
28.6.: Neues aus Campingland | Bilder:
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Das Wasser ist hier noch klarer, es sieht fast aus wie in der Südsee. Schon am frühen Morgen werden wir von goldigen Omas geweckt, mit den Worten: »Die Eier und der Kaffee werden kalt, kommt Jungens.«
Dann fahren wir mit Schoffo zur Werkstatt. Es wird uns versichert, dass bald eine Lösung kommt. Wir schneiden den ganzen Tag an den Podcasts rum. Das sind Videos von und über die Fankurve, die man sich ab sofort per kostenlosem Abonnement ins iTunes-Fenster holen kann. Um zehn Uhr sitzen wir immer noch an den Rechnern und schneiden und tippen. Die Nachbarn erklären uns für verrückt, dass wir so lange arbeiten. Wir tun das für euch, liebe Leser und Hörer. Lasst uns nicht hängen und schreibt in unser Gästebuch: Wie findet ihr die Page, wie findet ihr die Idee, wie findet ihr uns?
27.6.: Gestrandet in Seefeld | Bilder:
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Nachdem das »Andechser Doppelbock-Desaster« in einem relativ verkaterten und dank der schon früh scheinenden Sonne auch zeitigen Erwachen endet, verbringt das »Team Fankurve« seinen »freien« Tag am wunderschönen Pilsensee. Die Zeit wird aber nicht faul vertan sondern genutzt, um in gemütlicher Umgebung das weitere Vorgehen zu planen und die Notizen zu Berichten zu machen. Mitten am Arsch der Welt geht den mittlerweile wieder munteren Rittern der guten Laune der Strom aus, die ansässige Strandbude will aber kein Verlängerungskabel quer durch den Biergarten legen. Dies sowie das überraschend aufkommende Unwetter vertreibt sie und kurzfristig wird der Entschluss gefasst, den nächsten Campingplatz in Seefeld anzufahren um dort Akkus und Seelenwohl wieder aufzuladen. Nach ein paar belustigten Blicken und Kommentaren der einheimischen Dauercamper sind bald alle Formalitäten erledigt und der Weg zu einem entspannten Abend mit Dusche, Strom und dem Achtelfinale zwischen Spanien und Frankreich geebnet. Leider hat Onkel Schoffo einen schlechten Tag und gibt 10 Meter vor der Einfahrt keinen Laut mehr von sich - Batterie leer? Pustekuchen: Der freundliche ADAC-Mitarbeiter diagnostiziert eine defekte Lichtmaschine. So ist die »Mobile Fankurve« in Seefeld gestrandet und hat in den nächsten Tagen die Aufgabe, eine neue Lichtmaschine für das doch etwas betagte Importgefährt zu besorgen. Kein Grund zum Jammern, kurzfristig wird improvisiert, der Barwagen mit einem Fernseher bestückt und vorbeilaufende Leute eingeladen. Alex und Carlo versuchen sich als Automechaniker und können noch einen kleinen Defekt am Kühler reparieren. Die älteren Damen von nebenan nehmen Ingo an die Hand, zeigen ihm, wo er Wasser zum Kochen bekommen kann und bieten freundlich an, die Truppe morgen früh mit Kaffee zu versorgen. Die Campingplatz-Leitung fragt, ob die Fankurve nicht bis zum nächsten Deutschlandspiel bleiben könne, da in der ansässigen Kneipe nur ein kleiner Fernseher in gefühlten zehn Meter Höhe hängt. Zurück zu den Fakten: Ingo, Ali, Carlo und Dirk sitzen zusammen mit einer Hand voll Nachbarn vor dem Fernseher und fiebern bei einem bis jetzt doch eher mäßigen Fußballspiel rum, bei dem es in der 35. Minute 1:0 für Spanien steht. Am Ende hat dann die französische Mannschaft noch zwei Tore geschossen und die Spanier folglich weggebolzt. (do)
26.6.: Das Doppelbock-Desaster | Bilder:
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Wir beginnen die neue Woche mit einem Frühstück am Andechser Dorfplatz und gutem Wetter. Es fällt auf, dass die Bewohner Bayerns viel freundlicher sind als die Schwaben. Im Bräustüberl, wo wir den größten Teil des übrigen Tages verbringen, arbeiten aber Knastbrüder. Sie knallen dir den Humpen regelrecht hin, so dass das gute Andechser überschäumt. Auf dem Weg vom Ausschank zum Saal mit der Fußballübertragung entsteht im Laufe des Tages eine gewaltige Tropfspur. Viele Bayern und einige Australier verfolgen das Spiel Australien gegen Italien. Nur wenige Fiese halten zur italienischen Mannschaft, die sich in letzter Minute durch eine Schwalbe im Strafraum einen Elfmeter ergaunert. Wir vermuten, dass der Schiri bestochen ist, ein abgekadertes Spielchen also. Die Klosterbrauerei braut sieben Biersorten, von denen wir inzwischen vier probiert haben: Dunkles (am Vorabend), Helles, Spezial und Doppelbock. Das Doppelbock soll uns am Abend noch den Garaus machen. Dazu später mehr. Zunächst soll noch erwähnt werden, dass es rund um den Ammersee etwa alle 50 Meter eine Großleinwand mit WM-übertragung gibt. Als wir das merken, entscheiden wir uns zum Fußballgucken im Bräustüberl. Dort haben sie auch geile Haxen und Leberknödelsuppe. Die Toiletten sind mit 24 Pissoirs und professionellen Kotzbecken bestückt. Das Wetter macht uns schwer zu schaffen: Wir sind voll müde und Schoffo kocht ständig. Er verbraucht nun rund einen Liter Kühlwasser auf 10 Kilometern. Wir haben ein alternatives Strandbad aufgetan (fußballfreie Zone, Vollbärte, Tätowierungen). Dort gehen wir schwimmen, danach trinken wir Hacker-Pschorr dunkel. Es schmeckt uns auch. Nun kommt auch Dirk aus Bremen zurück zu uns und setzt sich an einen großen Tisch im Bräustüberl. Carlo lernt, wie man das Bier männlich anpackt. Wir ordern weitere Andechser in kleinen und großen Humpen. Freunde aus Ingos Schulzeit treffen ein und machen mit. Als die Kellner uns zum Gehen auffordern, zahlen wir eine hohe Rechnung. Dann begeben wir uns mit einer Geschenkpackung verschiedener Andechser Flaschenbiere runter auf den Parkplatz in die Wagenburg. Auch das verflixte Doppelbock ist wieder dabei. Um halb eins sind alle Flaschen leer und wir rutschen in die Schlafsäcke.
25.6.: Die Reise an den Ammersee | Bilder:
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Nein, die Reise an den Ammersee ist nicht schlecht. Wir sind nur noch drei Leute. Ali, Carlo und Ingo. An der Basilika in Birnau treffen wir einen Kitschkünstler, der uns sagt, dass die Politiker mal so gute Ideen haben sollen wie wir. Oder nur halb so gute Ideen, das würde schon reichen. Dann kaufen wir Mirabellenschnaps und Postkarten. Ganz nassgeschwitzt fahren wir über die Autobahn. In Andechs geraten wir in ein Gewitter und Schoffo fällt aus. Wir suchen Obdach im Kloster, ein ostdeutscher und sehr freundlicher Kellner zapft uns das beste Bier, das wir je getrunken haben. Sie nennen es Andechser dunkel. Auch der Papst hat hier schon den Becher gehoben. Wir erfahren, dass die acht Mönche vom Kloster Andechs ein richtiges Wirtschaftsunternehmen mit Bier-Export und wohltätiger Arbeit in München sind. Sie fahren Audi Kombi und einer hat sogar ein Studium bei BMW gemacht. Wieder schlafen wir bierselig in unserer Wagenburg ein.
24.6.: Moos-Mittsommernacht-Massaker | Bilder:
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Für die deutsch-schwedische Begegnung am Samstag rechnen wir mit großen Menschenmassen, die pünktlich um 16.45 Uhr eintreffen. Die Stimmung kocht. Als in den ersten Minuten der Satellit ausfällt, werden einige Fans aggressiv. Erhobene Fäuste in der »Mobilen Fankurve«! Die Ungeduldigsten verlassen sofort den Platz. Ein technischer Helfer geht bei dem Satelliten bei. Jubelrufe fürs erste deutsche Tor. Ein Mann im Publikum hat eine rote Glatze, auf seinem T-Shirt der Aufdruck: Deutschland, Weltmeister 2006. Das zweite Tor findet nicht minder Begeisterung, und dann gibt es für die Fangemeinde kein Halten mehr. Die Crew am Barwagen hat alle Hände voll zu tun. Es wird viel Weizenbier getrunken. Pils und Export liegen auch bereit und werden gern genommen. Nach ca. 90 Minuten steht fest: Trotz des Mittsommerfestes hat Schweden verloren. Alle Abschreckung schlug fehl.
Die Emotionen der deutschen Fans am Bodensee sind kaum in Worte zu fassen. Schwaben, Hessen und andere Zugezogene liegen sich in den Armen und reden in ihren eigenen Sprachen vom Wunder des Fußballs. Der Schiedsrichter pfeift, und das Spiel ist aus!
Alles in allem ein überwältigender Abschluss für die »Mobile Fankurve« im Strandbad von Moos. Bei der zweiten Übertragung ist fast keiner mehr da - wer interessiert sich schon für Mexiko und Argentinien? Professor Ayrle und seine Frau sitzen romantisch mit einer Zigarette da und freuen sich. Ali, Ingo und Christian essen Pizza aus dem Felsenkeller. Die Mücken sind dabei, na klar. Wir sind angetrunken und infolgedessen müde. Es ist aber auch genug gesagt. Die Klugen abonnieren eh den Podcast. (jh/cg)
23.6.: Moos-Mücken-Magie | Bilder:
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Der erste Tag am wunderschönen Bodensee beginnt für das derzeit 11-köpfige Mobi-Team mit einem liebevoll angerichteten Frühstück im beeindruckenden Architektenhaus von Professor Ayrle. Dort erregt neben den bautechnischen Raffinessen eine Kuckucksuhr besonderes Interesse. Professor Ayrle ist Betreuer und Mitorganisator der Tour und hat für die Fankurve hier einen ziemlich genialen Standort erwirkt: das Strandbad. Spätestens jetzt überkommen uns alle Urlaubsgefühle, denn auch die Sonne lässt sich nicht lange bitten, ausgiebig an der Aktion teilzunehmen. Wie im Schwarzwald (wir berichteten) gibt es auch hier eine Unzahl von Insekten. Ob zu Wasser (flächendeckende Larventeppiche) oder zu Land, man gewinnt den Eindruck, die Mücken seien die wahren Herrscher am See. Die meisten von uns sollen zu ihren Opfern gehören, es gibt kaum ein Entrinnen.
Aber auch Menschen finden sich nach und nach in der mit emsigem Fleiß aufgebauten Fankurve ein, schon am ersten Abend sind alle Sitzplätze besetzt. Die französische Mannschaft haut Togo gnadenlos weg, so dass Celine und Anthony am nächsten Morgen mit stillem Triumph im Herzen nach Bremen zurückfahren können. (jh)
22.6.: In die feuchten Gefilde | Bilder:
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Erwartungsfroh begann unsere Reise nach Moos am Bodensee. John, der mit Doro und Erik in Wildbad zur Reisegruppe hinzugekommen war, hatte den Barwagen hinter seinen Ford gehängt und Bob der Bulli hatte nun nur noch fünf Personen und Gepäck zu schleppen. Auch Julia Holzmüller aus Karlsruhe reiste als Gast mit. In gemütlichem Tempo und ohne Zwischenfälle erreichten wir das Strandbad in Iznang. Unsere Gastgeber erklärten, wo wir unsere Fahrzeuge hinstellen sollten. Eine große Wiese unter alten Bäumen und der ruhige Untersee hießen uns Willkommen. Der Untersee ist einer von zwei Randbecken des Bodensees. Es sollte der bislang schönste Abend unserer Reise werden. Das Fußballspiel Japan gegen Brasilien war auch ganz toll, obwohl Japan 1 zu 4 verloren hat.
20. + 21.6.: Alles war aus Feuer | Bilder:
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Es war alles aus Feuer, als wir in Bad Wildbad ankamen. Und viele kleine eifrige Helfer scharten sich um unsere Wagenburg. Sie bauten uns einen Wasserhahn auf unseren Platz, erklärten uns, zu welchen Uhrzeiten wir duschen sollen, händigten uns die Ausschanklizenz aus, wiesen uns darauf hin, dass wir gar keine ASU-Plakette an unserem blauen LKW haben und so weiter. Alles lief vorschriftsmäßig ab. Noch am Abend vor unserem ersten Showtag telefonierten wir mit Herrn Krokauer vom Schwarzwald-Boten und am Tag darauf sahen wir unser Foto in der Zeitung. Eine halbe Seite über die mobile Fankurve? Ja, denn »in Bad Wildbad ist sonst nicht so viel los«, erklärte uns ein stark alkoholisierter und sympathischer Anwohner der kleinen Kurstadt im Schwarzwald. Sein Sitznachbar beschwerte sich über den Bürgermeister, der ein paar Pappsessel weiter Platz genommen hatte und CDU-Gummibärchen verteilte. Zum siegreichen Spiel der deutschen Nationalmannschaft trudelten nach und nach die Jugendlichen der kleinen Stadt, ein paar Eltern und die restlichen CDU-Politiker ein. Herr Krokauer machte wieder ein Foto für den nächsten Schwarzwaldboten und guckte sich unseren unaufgeräumten ü-Wagen an. Richtig gemütlich wurde es abends, als wir die neue Sitztribüne mit Scheinwerfern ins rechte Licht rückten und gegrilltes Gemüse und Würste mit netten Männern der kleinen Stadt aßen.
Am Mittwoch fuhren wir mit der Bergbahn auf den Sommerberg und wurden der wunderbaren Tierwelt des Schwarzwaldes gewahr. Große, fliegende Käfer kreuzten unseren Weg. Der Dönerverkäufer war sehr freundlich, alles in Bad Wildbad war wie im Urlaub. Abends kam die SPD-Fraktion zu Besuch. Als wir schließlich unsere Fankurve wieder einpackten und gemeinsam ein letztes »Rothaus« tranken, hatten wir mal einmal wieder viele schöne Fotos in unseren Apparaten. Auch die Liste der Leute, die uns guter Erinnerung behalten würden, war etwas länger geworden. Wie schön.
Lieber Leser: Wir möchten Sie darüber informieren, dass heute eine Veränderung eintritt. Ab heute schreiben die Studenten selbst. Wir bitten um Ihr Verständnis, denn nicht alle Formulierungen werden so sauber gesetzt sein wie bislang. Allerdings dürfen Sie andererseits eine noch direktere und unverblümtere Berichterstattung erwarten. Denn die Studenten arbeiten nicht für Geld.
18.6.: Römerstein | Bilder:
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»Erstmal sind wir verdammt früh aufgestanden und dann gleich rauf auffe Bahn«, resümiert Christian Heinz, der erst seit zwei Tagen dabei ist. Dabei bei der »Mobilen Fankurve«, einem schrägen Projekt der Hochschule für Künste Bremen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen. Die vierte Etappe ihrer Reise sei gut verlaufen, wenn auch mit »erheblichen Komplikationen«, ließ die Presseabteilung der »Fankurve« verlautbaren. »Die Autobahn runter nach Stuttgart hat unseren alten Karren in der Mittagshitze ganz schön zugesetzt. Und die Bundesstraße auf die schwäbische Alb hat ihnen dann den Rest gegeben. Als wir in Römerstein bei Lenningen angekommen sind, hat der alte Schoffo wieder gekocht«. Dafür wurde das studentische Team um »Alt-Studi« Alex Böll, wie er sich selbst gelegentlich nennt, gleich nach der Ankunft verwöhnt: Mit herzzerreißender Blasmusik und frisch gezapftem Bier nämlich, welches im Festzelt des Sportvereins in mächtigen Humpen gereicht wurde. Sowohl Bürgermeister Donth als auch der erste Vorsitzende des Sportvereins Baumann freuten sich sehr über den Besuch der Bremer »Fankurve«.
16. + 17.6.: Leichtbau-Tricks in Gießen | Bilder:
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Als kompaktes Team von nur noch fünf Leuten reiste die »Mobile Fankurve« am Freitag, den 16.6., mit Sack und Pack von Bochum weiter nach Gießen. »Die Tribüne muss leichter werden«, hörte man einstimmig vom »Fankurven«-Team. »Erstens müssen wir - gerade jetzt als zahlenmäßig dezimierte Gruppe - mit unseren Kräften haushalten, und zweitens wollen wir auf der vor uns liegenden Reise durch die süddeutschen Gebirge unsere Gefährten Bob und Schoffo schonen. Ein Motorschaden ist das Letzte, was wir in der augenblicklichen Situation gebrauchen können.« Dass diese Befürchtung nicht ganz unrealistisch war, wurde den abenteuerreisenden Studenten nicht erst durch die Kommentare von Fernfahrer Klaus klar. Dieser hatte sich nämlich vor Lachen kaum noch eingekriegt, als er die »hoffnungslos überladenen« Fahrzeuge der »Fankurve« in den Rasthof bei Bochum einfahren sah. »Bisher ging es mir schlecht, aber ihr habt mir den Tag wirklich versüßt«, scherzelte der Fernfahrer und wünschte eine gute Weiterreise. »Und lasst euch bloß nicht von den Grünen Kollegen erwischen«.
Nach einer stärkenden Brotzeit bei Familie Grabowski in Gießen - und einer Dusche und einer guten Nachtruhe - trafen sich die fünf Freunde mit ihrem Professor Roland Lambrette zur Optimierung ihrer 1,5 Tonnen schweren Sitztribüne bei Bühnenbauer Nüssli. Auch Geschäftsführer Henry Kimmel hatte seine helle Freude beim Anblick des alten Blumenwagens, der mit der aus Euro-Paletten konstruierten Tribüne offensichtlich überfordert war. »Da können wir auf jeden Fall vieles verbessern« ermutigte er die Gruppe. Und so stand am Ende des Tages eine etwa 1200 kg leichtere und mindestens 50% kleinere Konstruktion im Transportwagen der »Mobilen Fankurve«. »Das Know-How und das freundliche Entgegenkommen von Herrn Kimmel hat unserem alten Schoffo viel Schlimmes erspart!«, meinte Christian Heinz, der erst vor Kurzem neu zur Truppe dazugestoßen war.
Lesen Sie hier nun den französischsprachigen Tagesbericht von Celine Chevailler, die den Barwagen der »Mobilen Fankurve« konstruiert hat.
08.30 Lever. Très bon petit déjeuner chez Carlo.
11.00 Rendez vous dans une entreprise de montage de tribunes. On veut virer nos 2 tonnes de palettes qui constituent nos tribunes... Je ne vois pas pourquoi!!!! C'est pas si lourd et tonton schoffo est très content, le pot d'échappement traine par terre.
On est dans une boite qui bosse dans le monde entier, des pros quoi!! Merci Roland!!!
Jusqu'à 20.00 : travail sous un soleil de plomb, je suis toute rouge... Heureusement un des mecs de la boite me prete de la crème solaire!!! J'ai l'impression que le temps passe mais rien n'avance...
21.00 Retour chez Carlo, je suis un tout petit peu énervée...On mange un barbec et après une bonne douche!!!
23.00 Dodo toujours sur le bon matelas!!!
Bilan de la journée: je regrette que les concepteurs de cet ingénieux système de tribunes en palettes ne soient pas là pour nous aider aujourd'hui! Où sont John et Ingo?
14. + 15.6.: Bochum | Bilder:
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Die Stimmung in der »Mobilen Fankurve« in Bochum war grandios, als die deutsche Nationalelf ins Stadion einlief. Mit ausgelassenen Jubelrufen und Beifallsbekundungen quittierten die Fans aus dem Ruhrpott jede Aktion ihrer Mannschaft. Bei jeder Flanke, jedem Eckstoß, jeder einzelnen Torchance bebte die Sitztribüne unter der Erregung des Publikums. Entsprechend groß war die Freude der Fans, als Oliver Neuville in der Nachspielzeit endlich das entscheidende Tor zum 1:0 schoss. Auch die Studenten waren über den Sieg der deutschen Mannschaft und den großen Anklang ihrer »Fankurve« beim Bochumer Publikum hocherfreut und begaben sich nach dem Spiel zum warmen Wodka mit O-Saft hinter die Tribüne. Danach wurde in der Disko des Gastgeber-Festivals »Ruhrpuls« das Tanzbein übers Linoleum bewegt, während der Alkohol in Strömen floss. »Vielen Dank für die coole Show«, bedankte sich auch der junggebliebene Roland Lambrette, der das Projekt betreut und seit Monaten tatkräftig unterstützt.
Am Tag nach dem Deutschland-Spiel blieb der studentischen Gruppe etwas Zeit für Recherchearbeiten in der städtischen Umgebung. Eine Bochumer Pensionswirtin lud die Gruppe in ihre urtypische Gastwirtschaft mit von ihr selbst zusammengelelegten Puzzles, Fußballschals, Biergarten und Viehwirtschaft ein. Besonders stolz sei sie auf ihre japanischen Zwergschweine, die zusammen mit Karnickeln, Igeln und Hühnern in und hinter dem Biergarten hausen, berichteten die Studenten.
13.6.: In den Pott | Bilder:
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»Ihr habt den mit Diesel betankt?« Der Automechaniker staunte nicht schlecht, als er »Onkel Schoffo«, den riesigen Blumenwagen der »Mobilen Fankurve«, sah, den er von der Zapfsäule in seine Werkstatt schleppen und auspumpen sollte. Nachdem der falsche Kraftstoff schließlich vollständig aus dem Tank abgelaufen war, konnte die beschwerliche Reise durch die Jahrtausendhitze in Richtung Bochum weitergehen. Trotz der extrem hohen Temperaturen bewältigte der »alte Schoffo« die über 300 km lange Strecke scheinbar mühelos. Auf bis zu 80 Kilometer in der Stunde beschleunigte Fahrer Ingo Schmid den mächtigen Wagen während der Fahrt über die neu gebaute A31. In den späten Abendstunden erreichte die »Mobile Fankurve« mit hängenden Augenlidern und sichtlich geschlaucht das Gelände des »Ruhrpuls«-Festivals in Bochum. »Und dann aufs Sofa, Pizza bestellt, Pils angemacht und Fusi angeschaut«, fasste Lena Ehlebracht, die gerade erst zur »Fankurve« dazugestoßen war, den Rest des Abends zusammen.
12.6.: Willkommen in Scharrel | Bilder:
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Die große der Reise der »Mobilen Fankurve« begann anders als geplant: In der Hitze des Jahrtausendsommers spielte das Navigationssystem verückt und lotste die junge Reisegruppe über einen einstündigen Umweg an ihr Tagesziel. Im kleinen Dörfchen Scharrel im Saterland angekommen, siedete schließlich auch das Kühlwasser des großen Blumenwagens, den die Studenten in den letzten Monaten umlackiert und dann liebevoll »Onkel Schoffo« getauft hatten. Eine große, grüne Wiese am Sportlerheim in unmittelbarer Nähe zum Badesee sollte als Austragungsort dienen. Dadurch erheblich motiviert bauten die Studenten nun Sitztribüne und Bar auf, während die Techniker der Gruppe die übertragung des Spiels vorbereiteten. In Rekordzeit stand die »Fankurve« und die ersten jugendlichen Gäste näherten sich langsam und scheu. Aber das Eis war schnell gebrochen. Kurz darauf saß eine lockere Runde in der intelligent konstruierten Verschattung der »Fankurve« und verfolgte angeregt das erste Spiel (Australien gegen Japan). Auch der Bürgermeister kam zu Besuch, drückte sein Wohlwollen aus und überreichte Roland Lambrette sogar einen Ehrenwimpel des Dorfes (s. Foto). Alex Böll wurde stellvertretend für die ganze Gruppe ins lokale Funkstudio eingeladen und durfte Historisches und Wissenswertes über Scharrel und das Saterland erfahren - zum Beispiel, dass man in diesem kleinen Landstrich immer noch das alte »saterfriesisch« spricht.
Abschließend wünschten die Gastgeber der »Mobilen Fankurve« auf Landessprache alles Gute und eine erfolgreiche Weiterreise. Am Abend nahm auch die arbeitende Dorfbevölkerung auf der orange lackierten Tribüne Platz und unterhielt sich blendend bei Bier, Wurst und Fußball. »Ein wirklich erfolgreicher Start unserer Tour«, fasste Carlo Grabowski diesen Tag zusammen. »Es war schön, wie freundlich wir aufgenommen wurden, übernachtung und Duschen in der Turnhalle inklusive. Hoffen wir, dass es so weitergeht«. Mehr erfahren Sie im Video-Podcast der »Mobilen Fankurve«.
9. + 10.6.: Mächtiger Startschuss in Bremen | Bilder:
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Früh morgens trafen sich an diesem Freitag die noch müden und von den letzten Vorbereitungstagen hart gezeichneten Mitglieder der »Mobilen Fankurve« an der Bremer Hochschule für Künste, um das Eröffnungsspiel der Fußballweltmeisterschaft 2006 gebührend zu feiern. Das Wetter hätte besser nicht sein können - keine Wolke war am Himmel zu sehen und die norddeutsche Sonne strahlte den ganzen Tag. Um 18 Uhr schließlich waren aller Stress, die Zweifel und die Unsicherheiten der Bremer Studenten gänzlich verflogen, als zahlreiche Gäste eintrafen und sich auf der Tribüne niederließen. Schnell war selbige voll besetzt und die pfiffigen Papphocker sowie die gemütliche Picknick-Decken der »Fankurve« kamen zum Einsatz. Für das leibliche Wohl war gesorgt: Am Barwagen schenkten junge französiche Gaststudentinnen kühle Getränke aus, am Grill nebenan bedienten freundliche und gutaussehende Design-Studenten die hungrigen Gäste. Auch am folgenden Tage bekamen die inzwischen gelassener wirkenden Veranstalter nur positive Resonanz: »Die bunten Wagen sehen toll aus«, fanden viele Gäste, ein anderer begeisterter Zuschauer meinte, das sei »so schön improvisiert und nett hier - gar nicht wie die blöden Kommerzveranstaltungen der FIFA«. »Wirklich gut, das zu hören. Denn genau das wollen wir ja - einen freundlichen Gegenpol schaffen«, äußerte sich Alex Böll, der sich vor allem um die grafische Gestaltung der »Fankurve« gekümmert hatte. Auch der Rektor der Bremer Kunsthochschule hatte auf einem Pappsessel Platz genommen und genoß das Spiel und seine Bratwurst sichtlich. Alles in allem ein gelungener Start. Doch die mobilen Fußballhelden sind ehrgeizig: »Das kann alles noch viel besser werden. Warten Sie erstmal ab, was wir nächste Woche machen! Ab Montag sind wir unterwegs durch ganz Deutschland, vielleicht werden wir sogar Weltmeister.«